Karrierefrauen

Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zeigt, dass hoch bezahlte Stellen – beispielsweise in der Medizin oder im Lehrbereich – vermehrt von Frauen besetzt werden. 

 

Insbesondere betrifft dies Jobs, die kognitive und analytische Fähigkeiten erfordern. Einen Vorteil für Frauen sehen die Forscher im Digitalisierungsbereich. Die Auswertung des RWI beleuchtet jedoch auch, dass sie in puncto Gehalt immer noch meist schlechter dastehen als Männer in vergleichbaren Positionen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Studie nimmt die Beschäftigung von Frauen am Arbeitsmarkt seit den 1980er Jahren stetig zu.
  • Eine besondere Zunahme im Bereich der hoch bezahlten Jobs zeigt sich vor allem im medizinischen Bereich oder in Lehrberufen.
  • Allgemein zeigt sich die Digitalisierung für Frauen als vorteilhaft.
  • Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern bestehen jedoch auch weiterhin.
  • Auch das erarbeitete Kapital wächst bei Männern schneller als bei Frauen

Studie beleuchtet Situation der Frauen am Arbeitsmarkt

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben kürzlich eine Studie zum Thema „Frauen am Arbeitsmarkt“ durchgeführt. Anhand von Daten des sozio-ökonomischen Panels für Westdeutschland wurden für die Forschungsarbeit Informationen aus den 1980er Jahren mit Fakten aus den 2010er Jahren verglichen. Der beleuchtete Zeitraum war jeweils identisch lang.

Ronald Bachmann und Gayane Stepanyan vom RWI berichten in einer ersten Zusammenfassung davon, dass die Beschäftigung von Frauen am Arbeitsmarkt allgemein zugenommen hat. Insbesondere ist der Bereich der Berufe mit den höchsten Stundenlöhnen betroffen: Frauen besetzen häufiger Positionen, die gehaltstechnisch bei den oberen 20 Prozent mitspielen. In den 1980er Jahren lag der Frauenanteil in diesen Jobs bei 21 Prozent; in den 2010er Jahren hingegen bei 37 Prozent.

Auch in weniger gut bezahlten Berufen konnten sich mehr Frauen behaupten. 52 Prozent dieser Jobs sind in den 2010er Jahren mit weiblichen Beschäftigten besetzt worden. In dem ersten untersuchten Zeitraum in den 1980er Jahren waren es hingegen nur 42 Prozent.

Vor allem fordernde Berufe, die analytische Fähigkeiten, die Möglichkeit zur Interaktion und/oder kognitives Denken bedingen, sind von einem hohen Frauenanteil geprägt. Dazu gehören zum Beispiel Jobs als Ärztin, Wissenschaftlerin, Personalmanagerin im Unternehmen, Psychologin oder Lehrerin.

Mehr Chancen als Risiken durch technologischen Wandel

Berufsbilder, die aus dem nicht-routinemäßigen Bereich kommen und kognitive Fähigkeiten erfordern, sind auch in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung schwer zu automatisieren. Daher sehen die Autoren der Studie Frauen nicht so stark von der Digitalisierung bedroht. Im Gegenteil: Durch den technologischen Wandel sind diese Jobs noch wichtiger. Frauen können die zunehmende Automatisierung daher als Chance betrachten.

Doch auch routinemäßig durchgeführte Tätigkeiten verzeichneten in puncto Frauenanteil einen kleinen Anstieg. Er bewegte sich von 33 Prozent auf 36 Prozent.

Trotz Top-Position: Schlechtere Bezahlung für Frauen

Dennoch gibt es nach wie vor offensichtliche Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern. Obwohl sich der Anteil von Frauen in den oberen 20 Prozent der Berufe mit dem höchsten Stundenlohn fast verdoppelt hat, ist ihr Anteil in der Einkommensverteilung der oberen 20 Prozent geringer – von 20 auf 30 Prozent – angestiegen.

Die Wissenschaftler des RWI machen unter anderem den Wunsch nach mehr Flexibilität im Alltag dafür verantwortlich. Frauen hätten eher das Bedürfnis nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance als Männer. Dadurch könnten die Einkommensunterschiede zustande kommen.

Frauen- Finanzberatung

Karriere und der Bedarf an Finanzplanung gehen Hand in Hand. Der Hang die privaten Finanzentscheidungen zu verschleppen und dem Thema keine Zeit bereit zu stellen ist bei Frauen oft ausgeprägter als bei Männern. Deshalb liegen auch Frauen mit Top-Gehältern bei der Vermögensbildung hinter den Männern. Laut Studien sind Frauen risikoscheuer und wollen mehr Details wissen. Deshalb erhalten Frauen oft renditeschwache und teure Produkte für Ihren Vermögensaufbau. Das geht aus einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hervor, über die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAS) berichtet. Auch ist die Nachfrage an ethischen und nachhaltigen Anlagen von Frauen größer als die von Männern.

Gerade in den letzen Jahren haben sich deshalb spezifische Beratungsansätze für Frauen etabliert. Eines haben die Beratungsansätze gemein, Frauen brauchen ausführliche Informationen bevor Sie Risiken eingehen. Das Beratungsgespräch kann dadurch zeitaufwendiger sein. Wichtig ist ein vertrauensvolle Beziehung zur Berater*in und Gespräche ohne Zeitdruck. Nicht jede Berater*in kann das Leisten. Sollten Frauen nun unbedingt von Frauen beraten werden? Nein, das ist nicht so! Die Affinität zu einem Berater oder einer Beraterin ist sehr individuell. Umgekehrt ist es bei den Berater*innen. Manche Frauen sind besonders gut, wenn Sie Männer beraten und manche Männer haben das richtige Einfühlungsvermögen um Frauen gut zu beraten. Am Ende zählt neben der Qualifikation und der offenen und ehrlichen Kommunikation auf Augenhöhe doch einfach der „Nasenfaktor“.

Fazit: Frauen behaupten sich in Top-Positionen

Dass der Anteil von Frauen am Arbeitsmarkt zunimmt, zeichnet sich seit einigen Jahrzehnten ab. Die Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf verdeutlicht noch einmal, in welchen Positionen dies vorwiegend geschieht: Es sind die hoch bezahlten Jobs im Medizin-, Management- oder Lehrbereich. Top Gehälter führen bei Frauen jedoch zu weniger Vermögenswachstum als bei Männern, da Finanzentscheidungen zurückhaltend getroffen werden.

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Frauen in Führungsposition – steigende Zahlen

Markus Feistle


Markus Feistle Senior Financial Consultant Finanzberater aus Dortmund


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